Coverbild Stay away from Gretchen von Susanne Abel, ISBN-978-3-423-28259-8
Leseprobe
neu

Stay away from Gretchen

Eine unmögliche Liebe
Roman
Hardcover
20,00 EURO
E-Book
16,99 EURO
Eine große Liebe in dunklen Zeiten

Der bekannte Kölner Nachrichtenmoderator Tom Monderath macht sich Sorgen um seine 84-jährige Mutter Greta, die immer mehr vergisst. Was anfangs ärgerlich für sein scheinbar so perfektes Leben ist, wird unerwartet zu einem Geschenk. Nach und nach erzählt Greta aus ihrem Leben – von ihrer Kindheit in Ostpreußen, der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter, der Sehnsucht nach dem verschollenen Vater und ihren Erfolgen auf dem Schwarzmarkt in Heidelberg. Als Tom jedoch auf das Foto eines kleinen Mädchens mit dunkler Haut stößt, verstummt Greta. Zum ersten Mal beginnt Tom, sich eingehender mit der Vergangenheit seiner Mutter zu befassen. Nicht nur, um endlich ihre Traurigkeit zu verstehen. Es geht auch um sein eigenes Glück.

VERSANDKOSTENFREI BESTELLEN
20,00
Sofort lieferbar
Lieferung in 2-3 Werktagen - Aufgrund der aktuellen Situation kann sich die Lieferzeit verzögern
in den Warenkorb
IN IHRER BUCHHANDLUNG ODER BEI EINEM UNSERER ONLINE PARTNER BESTELLEN:
Details
EUR 20,00 € [DE], EUR 20,60 € [A]
dtv Allgemeine Belletristik
Originalausgabe, 528 Seiten, ISBN 978-3-423-28259-8
Autorenporträt
Portrait des Autors Susanne Abel

Susanne Abel

Susanne Abel stammt aus einem badischen Dorf an der französischen Grenze, arbeitete bereits mit 17 Jahren als Erziehungshelferin und später als Erzieherin. Nach einer ...

Pressestimmen

Stern, Mai 2021
»Endlich gerät dieses wichtige Thema in den Fokus.«
Elke Heidenreich, WDR 4, Buchtipps, Mai 2021
»Ein spannender Roman zu einem wichtigen, vergessenen Thema.«
Andreas Wallentin, WDR 5, Bücher, April 2021
»Grandios, packend und absolut glaubwürdig. Dieses Buch legt man erst aus der Hand, wenn man es ausgelesen hat.«
Mainhattan Kurier, April 2021
»Ein sehr berührender Roman, der auch das unrühmliche Kapitel der Brown Babys thematisiert. Leseempfehlung!«
Badische Neueste Nachrichten, März 2021
»Eindringlich erzählt«
Sabine Schafbauer, Kehler Zeitung, März 2021
»Ein rundum gelungenes Erstlingswerk, das Lust auf mehr macht.«
Meins, März 2021
»Bewegende Geschichte einer unmögliche Liebe«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»Ich würde mich als anspruchsvolle Leserin bezeichnen , die es liebt, wenn gut recherchierte ,historische Zeitgeschichte und Fiction und zu einem tollen Roman verschmelzen , der dazu noch auf zwei Zeitebenen erzählt wird . „Stay away from Gretchen“ erfüllt dies in jeder Beziehung und hat mich von der ersten Seite an begeistert . So eine temporeiche , anspruchsvolle und facettenreiche Erzählung mit unglaublich viel Tiefgang, habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet . Der Roman erzählt die bittersüße Liebesgeschichte von Greta und ihrem Bob , wie sie im Nachkriegs-Deutschland bestimmt nicht nur einmal passiert ist . Er behandelt aber auch die Situation der Kriegsflüchtlinge von damals und die in der heutigen Zeit . Einfühlsam verknüpft Susanne Abel die brisante Thematik mit den dazugehörigen Nuancen von konstruierter „Willkommens-Politik“ und Ablehnung quer durch die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Gleichzeitig verwebt sie wunderbar ihre Erfahrungen mit der Demenz ihrer Mutter , lässt sie einfühlsam in Gretas Geschichte einfließen und öffnet einen berührenden Abschnitt des Lebens , der zu Herzen geht . Ich habe schon sehr viel in diesem Genre gelesen und doch hat mich Susanne Abel mit der mir bislang unbekannten Geschichte der „Brown Babies“ der Nachkriegszeit und ihrem traurigen Schicksal tief berührt . Vom Taschentuch das man benötigt um die Tränen zu trocknen , bis hin zum Lachen , über das sehr bildlich erzählte , ist dieser Roman so voll mit Emotionen aller Couleur , ohne jedoch ins kitschige oder zu sentimentale abzurutschen. Selbst wenn ich nicht am lesen war, machte sich Greta und ihre Geschichte in meinen Gedanken breit , nahm mich gefangen und ließ mich nicht los , so einprägsam ist der Erzählstil . Ein wirklich toller und sehr gelungener Pageturner , der süchtig macht und die knapp 500 Seiten viel zu schnell dahinschmelzen lässt . Für alle die in dem Genre zuhause sind , ein absolutes „must read“ das ich zu 100% empfehlen . Für mich persönlich ein ganz tolles 5 Sterne - Lese-Highlight , dass in mein Regal mit den Herzensbüchern einziehen darf .«
ANTWORTEN
»Greta, die Mutter des berühmten Nachrichtenmoderators Tom leidet an Demenz. Er will es zunächst nicht akzeptieren. Sein ganzes bisheriges Leben läuft deswegen so langsam aus dem Ruder. Als er sich allmählich damit abfindet erfährt er durch die Erinnerungen von Greta, seiner Mam, die plötzlich aus ihrem Leben erzählt, Dinge die sein ganzes bisheriges Dasein komplett auf den Kopf stellt. Dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen. Die Autorin (sehr gut recherchiert) erzählt in diesem Buch die Geschichte von "Gretchen" als Kind bis ins Jetzt. Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so fasziniert wie dieses hier. Es geht um Krieg, Verlust, Flucht und um eine Liebe, die ewig andauert. Was Gretchen in diesem Buch als junge Frau erlebt hat mich sprachlos zurückgelassen. Es war mir nicht bekannt, wie grausam die Verhältnisse zwischen den Deut Frauen und andersfarbigen Männern waren. Dieses Buch erzählt eine wunderbare Geschichte über eine Liebe, die nicht sein sollte. Ein wunderschöner Debütroman. Für mich war dieses Buch Magie.  «
ANTWORTEN
»Tom Monderath ist zufrieden mit sich und seinem Leben: als Anchorman bei einem Kölner Fernsehsender ist er beruflich sehr erfolgreich und bei der Damenwelt beliebt. Dieses angenehme Leben gerät allerdings aus seinen geregelten Bahnen, als seine betagte Mutter Grete die ärztliche Diagnose Alzheimer erhält. Er fühlt sich gezwungen, sich mehr seiner Mutter zuzuwenden und sich um ihr Wohl zu kümmern. Doch nicht allein ihr unaufhaltsames Vergessen bereitet ihm zunehmend Probleme. In ihrer Wohnung findet er Hinweise auf einen Teil ihrer Vergangenheit, den sie ihm bisher beharrlich verschwiegen hat. Als Einzelkind aufgewachsen, sieht er sich plötzlich mit der völlig unerwarteten Tatsache konfrontiert, dass er eine Halbschwester hat … Glaubhaft schildert Susanne die Gegenwart von Mutter und Sohn im Wechsel mit Gretes Vergangenheit. Die Erinnerungen Gretes an ihre eigene Kindheit in Ostpreußen, den Kriegsbeginn und die Flucht vor den vorrückenden russischen Truppen, die schließlich in Heidelberg endet, sind lebendig beschrieben, ebenso wie der harte Kampf um das Überleben in der Nachkriegszeit. Zudem lässt sie Themen wie Fraternisation, Vorurteile, Rassenkonflikte und Adoption einfließen - die gut recherchiert sind - und auch der moderne Begriff der transgenerationalen Weitergabe von Traumata klingt an. Wer sich noch genauer informieren möchte, kann sich an dem Literarturverzeichnis im Anhang orientieren. Tom (und der Leser) erhalten eine Ahnung davon, wie sehr alles miteinander zusammenhängt, und wie schmerzhaft es oft ist, die Vergangenheit der Eltern zu erforschen. Dennoch, Abel will mit ihrem Roman der älteren Generation „Gehör verschaffen und ein Gesicht geben.“ Denn: „Geschichte, wie bitter sie auch sein mag, ist Realität, die täglich in unsererGegenwart und die in unsere Zukunft fortwirkt.“«
ANTWORTEN
»Berührend und bereichernd Der bekannte Fernseh-Moderator und Journalist Tom sieht sich mit der Demenz seiner Mutter Greta konfrontiert und stößt beim Sichten ihrer Unterlagen auf ihm bisher unbekannte Ereignisse in der Vergangenheit seiner Mutter, die jedoch auch seine eigene Kindheit und Jugend geprägt und vielleicht auch seinen Lebensstil begründet haben. Tom findet heraus, warum Greta Zeit seines Lebens traurig und psychisch krank war und erst die Demenz „lässt den Betondeckel vergessen, den sie über ihr Leid schieben musste, um weiterleben zu können“ (Zitat aus dem Nachwort). Es gibt zwei Erzählstränge, zum einen die Gegenwart, zum anderen die Vergangenheit: Gretas Kindheit zu Beginn des Krieges im heimatlichen Ostpreußen, die Flucht Richtung Westen vor den Russen am Ende des Krieges und die weiterhin entbehrungsreichen Nachkriegsjahre in Heidelberg, wo Greta als junge Frau den schwarzen GI Bob kennen und lieben lernt. Neben der Demenz der alten Mutter und der Umkehrung der Eltern-Kind-Rollen im gegenwärtigen Handlungsstrang, werden auf beiden Zeitebenen weitere wichtige Themen wie Rassismus, Flüchtlingselend, Ausgrenzung, der Führerkult, aber auch der Mut Einzelner behandelt. Die Tatsache, dass die schwarzen GIs in Europa viel freier waren als in ihrer Heimat, wo es die strikte „Rassen“trennung gab, hatte ich mir vorher nie bewusst gemacht und auch die Geschichte um die Brown Babies war mir unbekannt gewesen. Das entsetzliche Unrecht, das unverheirateten Müttern und nicht-ehelichen Kindern, insbesondere „Mischlingskindern“, geschah, wird, am Einzelschicksal geschildert, dem Leser schmerzhaft bewusst. Susanne Abels Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, die Protagonisten und ihre Entwicklung werden authentisch und glaubhaft beschrieben. Die lebensnah geschilderten einzelnen Begebenheiten könnten sich genau so zugetragen haben. Und auch die Demenz bei uns selbst oder einem Angehörigen liegt jederzeit im Rahmen der Möglichkeiten... Der Roman hat mich tief berührt und sehr bereichert.«
ANTWORTEN
Brenda_wolf, März 2021
»Gedächtnis verrutscht »›Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten‹, soll August Bebel gesagt haben. Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.« Auf diesen Spruch wartet die 84-jährige Greta jeden Abend vor dem Fernseher, zum Abschluss der Nachrichten, die Tom, ihr Junge, moderiert. Greta wohnt allein in einer Wohnung mit einhundertsechzig Quadratmetern. Ihr Mann ist schon seit 18 Jahren verstorben. Wann hatte sie ihren Sohn zum letzten Mal persönlich gesehen, er wohnt doch nur wenige Kilometer von ihr entfernt? Sie ruft ihn an, bemerkt dabei gar nicht, dass sie nur auf Band spricht. Ich habe tatsächlich die Luft angehalten, als sich die alte Dame ins Auto setzt und nach Irrwegen auf der Autobahn landet, wo sie hilflos hinter ihrem Steuer sitzt. Vier Stunden ist sie unterwegs bevor sie mit leerem Tank liegenbleibt und aufgegriffen wird. Sie ist völlig verwirrt. Dringender Verdacht auf Demenz, sagt der Arzt im Krankenhaus zu Thomas So startet die Geschichte in der Gegenwart. Doch es gibt auch noch Gretas Geschichte in der Vergangenheit und die beginnt mit dem 1. September 1939, als der Schuldirektor verkündet: "Jetzt ist Krieg!" und endet im Juli 1953. Und diese Geschichte ist über allen Maßen spannend, berührend, grausam, menschlich und unmenschlich zugleich. Greta verbringt ihre Kindheit in Ostpreußen, als der Vater in den Krieg muss. Ihr wird als Kind die Nazi-Propaganda eingepflanzt und so verehrt sie, wie so viele, diesen Adolf Hitler. Dann gilt ihr Vater in Russland als verschollen und die Familie befindet sich auf der Flucht vor der anrückenden russischen Armee. Unvorstellbar, was Greta und ihrer Familie widerfahren ist. Auch als Flüchtlinge sind sie nirgend willkommen. Ich kann mich jetzt umso besser in die Flüchtlinge versetzen, die in der heutigen Zeit aus Kriegsgebieten nach Deutschland kommen. Auch sie sind von vielen hier nicht erwünscht und auch das faschistische Gedankengut ist bereits wieder in vielen Köpfen vorhanden. In Heidelberg lernt sie die schwarzen GI Robert Cooper kennen. Hier lesen wir von Rassismus der Gis in den eigenen Reihen. Die schwarzen Soldaten dürfen zwar in den Krieg ziehen und ihr Vaterland verteidigen, sind jedoch weniger Wert als ein weißer Soldat. Ich möchte hier nicht zu viel von der Geschichte verraten. Mich haben gerade dieser Rassismus und die Mischlingsproblematik stark betroffen gemacht. Von all dem hatte Thomas nichts gewusst. Seine Mutter hat nie davon gesprochen. Allmählich bekommt er eine Ahnung vom Leben seiner Mutter Tja, und nun zum Hauptprotagonisten. Ich mochte Thomas anfangs überhaupt nicht. Er wurde mir zunehmend unsympathischer. Er ist ein typischer Vertreter der Generation „Ellbogen“, für die nur ein Höher/Größer/Weiter/Schneller zählt. Ich fand es seine arrogante Art, besonders seiner Ersatzassistentin Jenny gegenüber, abscheulich. Allerdings gewinnt er im Laufe der Geschichte, und je mehr er über seine Mutter erfährt, an Menschlichkeit. Gretchen mochte ich. Sie weiß, dass was nicht mit ihr stimmt und das macht ihr Angst. Sie versucht es zu vertuschen. Interessant ist, dass sie, trotz Demenz, noch in der Lage ist Kreuzworträtsel zu lösen. „Das Gedächtnis verrutscht im Alter“, sagt Greta. In ihren jungen Jahren hat Greta mehr aushalten müssen, als man sich vorstellen kann. Ich hielt beim Lesen oft die Luft an. Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und voller Dramatik. Susanne Abel lässt den Leser in eine andere Zeit eintauchen. Man fühlt sich mitten im Geschehen. Ich habe mitgelebt und gelitten. Die Charaktere sind lebensecht. Fazit: Ein grandioser gut recherchierter Debütroman, der mich jede Sekunde fesseln konnte.«
ANTWORTEN
»Zum Inhalt: Tom beginnt sich Sorgen um seine Mutter zu machen, die immerhin schon 84 Jahre alt ist. Sie scheint immer öfter nicht mehr zu wissen, wo und wann sie ist und macht sonderbare Dinge. Aber eins ist trotz aller Sorgen schön daran, denn sie erzählt ihm Dinge aus der Vergangenheit, die er nicht wusste. Als er auf ein Bild eines dunkelhäutigen Mädchen stößt, will die Mutter darüber nicht reden. Er beginnt zu recherchieren Meine Meinung: Das war so ein schönes Buch auch wenn vieles darin ist, dass ganz schön traurig macht, hat es mir ungeheuer gut gefallen. Gerade natürlich auch was das Ende betrifft. Aber das ist es nicht allein. Der Weg dahin war ungeheuer berührend und auch sehr interessant. Und neben der wirklich schönen Geschichte auch mal wieder sehr lehrreich. Ich hatte noch die von dem berichteten gehört und bin immer wieder erstaunt, wie viele Dinge passiert sind, von denen man noch nie gehört hat. Für diesen Roman aber so was von Daumen hoch. Fazit: So eine schöne Geschichte«
ANTWORTEN
»Obwohl ich mir diesen Roman selbst ausgewählt hatte, hatte ich überhaupt keine Ahnung, wohin mich die Geschichte wohl führen würde. Mehr als den Klappentext hatte ich mir dazu nämlich nicht durchgelesen und der verrät zwar einiges, aber bei Weitem nicht, wie großartig die Geschichte eigentlich ist. Schon der Schreibstil der Autorin konnte mich sofort überzeugen. Sie schreibt nämlich schön leicht, teilweise humorvoll und teilweise sehr ernst. Sie schreibt aber auch sehr bildlich und mitreißend. Ich konnte das Buch jedenfalls kaum zur Seite legen und hatte es trotz der relativ vielen Seiten auch recht schnell durchgelesen. Genauso hat mir die Geschichte, welche in zwei Zeitsträngen, nämlich ab 2015 und ab 1939 erzählt wird, einfach sensationell gut gefallen. Hier begleitet man 2015 Tom Monderath, einen eingefleischten Junggesellen durch seinen Alltag, der beinahe nur aus seiner Arbeit besteht, aber auch immer mehr aus der Sorge um seine Mutter Greta, bei welcher sich recht schnell Symptome einer Demenz zeigen, was Toms Leben ganz schön durcheinanderwirbelt. Besonders spannend wird es dabei, als er mehr und mehr der Geschichte seiner Mutter auf die Spur kommt, einer Geschichte, welche einfach wahnsinnig emotional und traurig ist, aber auch ihre humorvollen Seiten hat. Diese Geschichte wird im anderen Zeitstrang ab 1939 erzählt, welcher bis in die fünfziger Jahre hinein reicht. Dabei erlebt man Gretas Kindheit im Krieg, ihre Flucht und ihr neues Leben als Teenager nach dem Krieg. Man bekommt mit, wie sie sich das erste Mal verliebt und wie ihr Leben zusammenbricht, bis nicht mehr viel übrig bleibt. Dieser Zeitstrang hat mich einfach komplett zerstört, mich einige Male zum Weinen gebracht und ganz schnell konnte ich dem Buch seine einzelnen kleinen Längen vergeben, weil es mich so sehr berührt hat. Überhaupt finde ich, dass die Autorin mit ihrem Buch einfach komplett richtig liegt, denn die Themen, die darin angesprochen werden, sind genauso aktuell wie damals während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem habe ich extrem viel darüber erfahren, wovon man sonst nicht viel hört, denn ich glaube, vieles davon wissen die meisten gar nicht. Das Ende der Geschichte hat mich dann komplett umgehauen, hat mich wahnsinnig berührt und ich habe geheult wie ein Schlosshund. Die Charaktere in diesem Buch mochte ich ebenfalls einfach super gern. Diese sind einfach großartig und realistisch geschrieben. Greta ist eine resolute Frau, die sich nichts vorschreiben lässt und die mir mit ihrer unwirschen Art einfach ans Herz gewachsen ist. Tom wirkt ein bisschen grummelig, hat aber ein gutes Herz, was man allerdings erst mit der Zeit so richtig merkt, da man ihn erst richtig kennenlernen muss. Dann gibt es noch Bob, einen wirklich tollen und hilfsbereiten Typen, Helga, Gretas kettenrauchende aber herzliche Nachbarin und die anstrengende Jenny, die eigentlich gar nicht so anstrengend ist. Allesamt mochte ich einfach extrem. Alles in allem muss ich sagen, dass das Buch zwar ein paar Längen hat und ich deshalb auch einen Stern abziehe, aber es dennoch ein absolutes Highlight für mich war, da es mich berührt und gleichzeitig oftmals zum Lachen gebracht hat, weil die Charaktere so toll sind und das ganze Buch einfach ein richtiger Schatz voller unbekannter, nicht nur deutscher, Geschichte ist.«
ANTWORTEN
»Dieser Roman klärt über einen Aspekt der deutschen Nachkriegsgeschichte auf, der mir wie sicherlich so manch anderem bislang unbekannt war – das Schicksal der sog. Brown Babies, d.h. der aus den Beziehungen zwischen farbigen amerikanischen Besatzungssoldaten und deutschen Frauen hervorgegangenen Kinder. Seinen Ursprung nimmt die Geschichte in Ostpreußen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Familie Schönaich flüchtet vor den nahenden Russen Richtung Westen. Nach grauenhaften Erlebnissen auf der Flucht lässt sie sich schließlich in Heidelberg in der amerikanischen Besatzungszone bei Verwandten nieder. Tochter Greta begegnet dem schwarzen GI Bobby und wird von ihm schwanger. Ihr Plan zu heiraten, stellt sich aufgrund der rassischen Beschränkungen, denen Farbige im Allgemeinen und als Armeeangehörige im Besonderen unterliegen, als unrealisierbar heraus. Greta wird als als „Negerliebchen“ und Mutter eines Mischlingskindes diskriminiert und muss ihr Kind in ein Kinderheim geben, von wo es schließlich gegen ihren Willen nach Amerika zur Adoption gegeben wird. Den Vater sieht sie aufgrund von Intrigen nicht mehr. Zeitlebens belastet sie dieses Trauma. Ihr Sohn Tom, der sich um seine Mutter kümmert, als sie zusehends der Demenz verfällt, deckt ihre ihm bis dahin unbekannte Geschichte in ihrer ganzen Tragik nach und nach auf. Sehr eindrucksvoll und historisch interessant schildert die Autorin wesentliche Stationen ostpreußischer Flüchtlinge und zieht berechtigte Parallelen zu dem Schicksal syrischer Flüchtlinge im Jahr 2015 als der Zeit, in der Tom sich mit dem früheren Leben seiner Mutter zu beschäftigen beginnt. Die Diskriminierungen, denen schwarze Besatzungssoldaten und ihre deutschen Freundinnen ausgesetzt waren, berühren zutiefst. Auch mit dem Thema Demenz setzt sich die Autorin sehr einfühlsam und behutsam auseinander. Unpassend erscheint mir allerdings die Darstellung des Protagonisten Tom, der als bekannter Nachrichtensprecher und Frauenheld oberflächlich und mir unsympathisch geschildert wird. Ein lesenswertes Buch.«
ANTWORTEN
Ihre Leserstimme wird nach Prüfung durch den dtv - ohne Angabe Ihrer E-Mail-Adresse - hier veröffentlicht. Im Text sind keine HTML-Formatierungen und URLs erlaubt.
Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen: