Henning Mankell
© Lina Ikse Bergman

Zwischen Schweden und Mosambik

Der Schwede Henning Mankell ist seinen Lesern in Deutschland als Bestsellerautor der berühmten Wallander-Romane bekannt. Mit ›Die fünfte Frau‹, ›Die falsche Fährte‹ oder ›Der Mann, der lächelte‹ stand Mankell monatelang auf den Bestsellerlisten. Doch dies ist nur die eine Seite des Schriftstellers. Schon als Kind träumte er von einer Reise nach Afrika und bereits bei seinem ersten Besuch dieses Kontinents fühlte er sich dort zu Hause. Als man ihn später einlud, bei der Gründung eines Theaters in Mosambiks Hauptstadt Maputo mitzuwirken, brach er sofort auf.

“Seitdem hat sich natürlich meine Beziehung zu Afrika verändert und vertieft und ist zu einem entscheidenden Teil meiner Identität als Schriftsteller geworden. Nun stehe ich sozusagen ziemlich breitbeinig da, mit einem Fuß im Schnee und dem anderen im Sand”, sagt Mankell. Seit Jahren lebt er nun die Hälfte des Jahres in Afrika und leitet das Theater in Maputo.
Diese Arbeit bedeutet ihm ebensoviel wie das Schreiben, denn Mankell möchte dort auf eine andere Art Geschichten erzählen. “Ich habe hervorragende Schauspieler, die problemlos Shakespeare in Europa spielen könnten”, meint er. In einem Land, wo der Analphabetismus durch die Armut weit verbreitet ist, sieht er das Theater auch als Mittel, den Menschen von dem zu erzählen, was in der Welt vorgeht. So verbinden sich für Mankell Phantasie und Realität auf dem Theater zu einer Möglichkeit, die Komplexität des Lebens besser zu verstehen. “Als Junge träumte ich davon, zum Ende der Welt zu reisen. Und für mich war Afrika dieser Ort. Es war gerade so weit weg, wie meine Phantasie reichte.”

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